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„Das weiße Blatt – Weltbilder und Bilderwelten zum Weiterdenken mit Kindern“

Rendsburg, 26. März 2019

Die Büchereizentrale Schleswig-Holstein entwickelt in Kooperation mit den Bücherpiraten e.V. aus Lübeck Angebote zur Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. Gefördert wird das Vorhaben durch den Fonds Nachhaltigkeitskultur des Rates für Nachhaltige Entwicklung.

Welche Fragen haben Kinder an die Welt, wenn sie über Frieden nachdenken oder Dinge in der Natur entdecken, wenn sie von ihrem Zuhause und ihren Familien erzählen – was wollen Kinder wissen? Und was wollen sie verändern? Das Projekt „Das weiße Blatt – Weltbilder und Bilderwelten zum Weiterdenken mit Kindern“ will Heranwachsende dazu anzuregen, ihre Umwelt wahrzunehmen, eigenen Ideen von einem guten Leben Gestalt zu geben und miteinander Neues auszuprobieren. Das Vorhaben knüpft an die zentralen Kernbotschaften der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (UN) an.

Die kreative Ferienwerkstatt „Mit dem Staunen fängt es an – Fragen an die Welt in Wort und Bild“ bei den Bücherpiraten e.V. in Lübeck bildete im Sommer 2018 den Auftakt des Projekts. Fünf Tage lang wurde diskutiert, geschrieben und gestaltet. Auf der Basis von zuvor gesammelten Kinderfragen zu den Kernbotschaften der Agenda entstand das illustrierte Online-Bilderbuch „Wie entsteht eigentlich Zukunft“, das bereits in knapp 30 Sprachen übertragen wurde, darunter Arabisch, Englisch, Französisch, Mandarin, Russisch, Spanisch und Plattdeutsch. Weltweit abrufbar ist das Produkt von Kindern und Jugendlichen für Kinder und Jugendliche als kostenloser Download unter www.bilingual-picturebooks.org.

In der zweiten Projektphase hält das Bilderbuch jetzt in Form von Bildkartensätzen für das japanische Papiertheater Kamishibai Einzug in Schleswig-Holsteins Bibliotheken, um den abstrakten Begriff „Nachhaltigkeit“ lebensnah für Kinder zu veranschaulichen. Das bildgestützte Erzählen soll zu einer kreativen Auseinandersetzung anregen. Thematisch vom Lektorat der Büchereizentrale auf die Fragestellungen abgestimmte Medienboxen laden Kinder im Vor- und Grundschulalter zum Weiterdenken und Mitgestalten ein. Die dafür rund 50 ausgewählten Titel knüpfen mit Geschichten und Informationen an die Bilder und Fragen zur Agenda 2030 an und unterstützt Büchereien im Land bei der Kooperation mit Kitas und Schulen. Ein projektbegleitend entstandener animierter Kurzfilm der Künstlerin Linda Plagmann trägt die Ideen und Bilder der Kinder und Jugendlichen von Schleswig-Holstein hinaus in die Welt. Eine Arbeitshilfe und ein Liederheft zum Projekt erleichtern den Einsatz in der Praxis.

Der multimediale Charakter der Materialien erlaubt vielfältige Auseinandersetzungen mit dem Thema „Nachhaltigkeit“. Bis Mitte März 2019 konnten bereits mehr als 100 Multiplikatoren aus Bibliotheken, Grundschulen und Kitas im In- und Ausland im Rahmen von Workshops die Begleitmaterialien kennenlernen und Umsetzungsideen ausprobieren.

Für Susanne Brandt, Projektleiterin der Büchereizentrale Schleswig-Holstein, sind Öffentliche Bibliotheken wichtige Vermittler im Rahmen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung: „Sie bieten nicht nur eine Fülle von Informationen. Wichtiger noch ist es, die eigene Wahrnehmung und Lust am Weiterdenken anzuregen, durch kreative Medienarbeit die Gestaltungskompetenz zu stärken, Ideen von jungen Menschen zu teilen und zu zeigen: Auch du kannst etwas verändern.“

Riccarda Retsch, wissenschaftliche Referentin des Rates für Nachhaltige Entwicklung, erklärte anlässlich der Projektvorstellung in der Stadtbücherei Schwarzenbek: „Die Agenda 2030 mit ihren 17 Nachhaltigkeitszielen ist ohne hochwertige Bildung, die die kritische Analyse, kreative Lösungsansätze und eigenverantwortliches Handeln junger Menschen fördert und ihnen Zugang zu wirksamen Wissensformaten schafft, nicht umzusetzen. ‚Das weiße Blatt‘ ist mit seinen vielfältigen Elementen, die zum Mitmachen, Nachdenken und selbst Gestalten anregen und die Auseinandersetzung mit den globalen Nachhaltigkeitszielen fördert, ein hervorragendes Beispiel für hochwertige Bildung.“

 

Erste Nacht der Bibliotheken in Schleswig-Holstein

Erstmals findet die „Nacht der Bibliotheken“ auch im Norden statt.

Mehr als 50 Bibliotheken in ganz Schleswig-Holstein öffnen am 15. März ihre Türen, um neugierig zu machen auf ihr umfangreiches Angebot. Unter dem Motto „Mach es“ lockt ein buntes Programm, das zum Mitmachen animiert und zeigt, dass Bibliotheken lebendige Orte sind.

Ab 19 Uhr heißt es: Ausprobieren, Selbermachen, Neues entdecken! Mit kreativen Ideen bieten Bibliotheken in Schleswig-Holstein ihren Besucherinnen und Besuchern viele Möglichkeiten, selbst aktiv zu werden. An Orten im ganzen Land treffen Besucherinnen und Besucher auf Buchbinder, Imker, Kabarettisten, Manga-Zeichner, Musiker, Zauberkünstler und Krimiautoren. „Mach es!“ lautet die Aufforderung beim Book-Speed-Dating, Tango-Tanzkurs, Upcycling-Workshop, 3D-Drucken, Basteln, Stricken, Musikmachen oder auf einer Rallye durch die Bücherei.

Das landesweite Programm wächst täglich, nachzulesen unter www.bz-sh.de.

Die Nacht der Bibliotheken soll die Aufmerksamkeit auf Bibliotheken lenken und ihre vielfältigen Leistungen als unverzichtbare Kultur- und Bildungseinrichtungen hervorheben.

Durchgeführt wird die „Nacht der Bibliotheken“ in Schleswig-Holstein mit freundlicher Unterstützung der Bibliotheken NRW. Seit 2005 organisiert der Verband der Bibliotheken des Landes Nordrhein-Westfalen e. V. (vbnw) alle zwei Jahre die „Nacht der Bibliotheken“. In NRW beteiligen sich rund 200 Einrichtungen.

Total digital: Super Mario, Pikachu & Co. zu Besuch in der Fahrbücherei

Rendsburg, 21. Februar 2019

Die Fahrbücherei im Kreis Steinburg und die Büchereizentrale haben in Zusammenarbeit mit dem Kreis Steinburg, dem Amt Schenefeld und der Offenen Ganztagsschule Schenefeld ein Projekt zum Thema Gaming entwickelt.

Eltern kennen die Titelmelodie von Pokémon, Super Mario und Co. Computer- und Konsolenspiele sind aus dem Alltag vieler Heranwachsender nicht mehr wegzudenken. Unter dem Motto „Geschichten entdecken in Buch und Spiel – Gaming und Lesen“ soll Kindern und Jugendlichen zwischen 8-12 Jahren mit medienpädagogischen Methoden ein verantwortungsvoller Umgang mit dem Thema Gaming vermittelt werden. Das Vorhaben wird gefördert mit 10.864 Euro durch das bundesweite Programm „Total Digital! – Lesen und erzählen mit digitalen Medien“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und des Deutschen Bibliotheksverbands (dbv).

Mit dem Projekt beschreitet die Fahrbücherei im Kreis Steinburg Neuland im Bereich der Medienkompetenzvermittlung. Das Vorhaben greift die Interessen von Kindern und Jugendlichen auf und verknüpft diese spielerisch mit Leseförderung und dem verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien. Jennifer Gräler, Leiterin der Fahrbücherei, hat eine Sammlung thematisch zu den Spielewelten passender Jugendbücher zusammengestellt. Ergänzt wird die Auswahl durch Konsolen und Spiele sowie Tablet-PCs für die Erstellung eigener Inhalte.

Insgesamt 13 Projekttreffen bis zu den Sommerferien bieten rund 20 Schülerinnen und Schülern der Offenen Ganztagsschule Schenefeld die Gelegenheit, vorhandenes Wissen anzuwenden, zu erweitern und die gesammelten Eindrücke kreativ zu verarbeiten. Der gemeinsame Aufbau der Geräte und das Einrichten der Computer- und Konsolenspiele stehen am Anfang eines jeden Treffens und schulen das Technikverständnis. In Gruppen haben die Kinder und Jugendlichen die Gelegenheit, die einzelnen Spiele ausgiebig zu testen, sich auszutauschen und zu recherchieren. Die Spielerfahrungen bieten unter Anleitung der Medienpädagogen Iris Hennicke und Andreas Langer die Grundlage für die Schaffung eigener kreativer Inhalte. Die Aufgabenstellung reicht von der Erstellung eines Stop-Motion-Films mit Knete über die Gestaltung einer Foto-Story mit Tonie-Figuren bis hin zur Aufnahme eines eigenen Podcasts. Die Ergebnisse werden auf dem Youtube-Kanal und dem Blog der Fahrbücherei (www.fahrbuecherei-digital.de) veröffentlicht sowie im Rahmen der Abschlussveranstaltung präsentiert.
Als niedrigschwellige Orte ermöglichen die ländlichen Fahrbüchereien in Schleswig-Holstein der Bevölkerung außerhalb der Städte die Teilhabe in einer zunehmend digitalisierten Welt.

Die mobilen Büchereien arbeiten eng mit Schulen und Kindergärten zusammen. Das Projekt trägt dazu bei, Fahrbüchereien weiter als Bildungspartner zu stärken. Gleichzeitig sollen Kinder und Jugendliche für das Lesen, Erzählen und Darstellen mit digitalen Medien begeistert werden.
Friederike Sablowski, stellvertretende Direktor der Büchereizentrale Schleswig-Holstein, unterstreicht die Bedeutung von Bibliotheken als Bildungspartner und betont: „Bibliotheken sind wesentliche Eckpfeiler unserer Bildungs- und Kulturinfrastruktur. Und sie reagieren kreativ und selbstbewusst auf veränderte Mediennutzung und konkurrierende Angebote der Freizeitgestaltung.“

Diplom-Medienpädagoge Andreas Langer meint: „Einer meiner Ansätze, Jugendmedienkultur stärker in den Fokus zu rücken und Inhalte daraus in Bildungskontexten zu nutzen, kommt in diesem Projekt voll auf seine Kosten. Die Begeisterung von Kindern und Jugendlichen für Medien und ihre Inhalte bietet eine wunderbare Grundlage, um alternative, kreative Nutzungsmöglichkeiten der unterschiedlichen Medien kennenzulernen und diese später miteinander zu verknüpfen.“

Auftakt in der Grund- und Gemeinschaftsschule Schenefeld
Der Start für das von der Büchereizentrale initiierte Projekt fand gestern (20.02.) in der Grund- und Gemeinschaftsschule Schenefeld statt. Nach einer Lesung des Kinder- und Jugendbuchautors Fabian Lenk, der mit seinem Roman „Gefangen in der Welt der Würfel – Die Falle im Nether“ in die Welt des Computerspiels Minecraft entführt, konnten Kinder und Jugendliche, Eltern und Multiplikatoren gemeinsam Computerspiele und Spielekonsolen auszuprobieren.

Im Herbst plant Fahrbüchereileiterin Jennifer Gräler die Fortsetzung des Projekts in Form einer Ferienaktion für Kinder und Jugendliche. Es sind noch freie Plätze vorhanden.

„Total Digital! – Lesen und erzählen mit digitalen Medien“ ist ein Förderprogramm des Deutschen Bibliotheksverbands e.V. (dbv) und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung im Rahmen der zweiten Förderphase von „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“.
Weitere Informationen unter www.lesen-und-digitale-medien.de